Interkulturelle Mediation: Dialog der Wahrheiten


Unter Kultur verstehen wir Verhaltensweisen, Werte, Haltungen und Glaubenssätze, die durch Gruppenzugehörigkeiten geprägt und übernommen werden. In diesem Sinn besitzt jeder Mensch zahlreiche Kulturen, die von seinen vielfältigen Gruppenzugehörigkeiten bestimmt sind. Kulturen sind dynamisch. Sie entstehen innerhalb von Gruppen, verändern sich im Kontakt mit dem Umfeld und können auch wieder vergehen.

Die meisten Kulturen sind nicht an Herkunftsländer, sondern an andere Zugehörigkeiten (z.B. Generationen, Milieus, Berufsgruppen und viele weitere) gebunden. Menschen und Gruppen nehmen ihre eigenen Kulturen oft selbst nicht wahr, weil das Eigene für selbstverständlich gehalten wird - auch in der Begegnung mit fremden Kulturen.

"Interkulturell" bezeichnet die Beziehungen zwischen Kulturen, ihre Abgrenzung, ihre Kommunikation, ihre Vermischung. Wenn die Kulturen einen Konflikt oder seinen Verlauf wesentlich beeinflussen, sprechen wir von interkulturellen Konflikten. Kulturelle Unterschiede können Thema von Konflikten sein, können aber auch Konflikte zu vielen anderen Themen auslösen oder verstärken.

Bei der Begegnung mit Menschen aus anderen Herkunftsländern wird das Kulturelle besonders auffällig. Dabei besteht gerade in Konflikten auch die Gefahr, dass Beobachtungen vorschnell mit ethnischen Begründungen erklärt werden.


Interkulturelle Mediation
gestaltet die Konfliktklärung mit angemessenen Kenntnissen und kultursensiblen Methoden. Dazu gehört auch das Wissen, dass der Umgang mit Konflikten selbst starke kulturelle Unterschiede aufweisen kann.

Wir bieten Mediation in interkulturellen Konflikten an, zum Beispiel

Mediation in Unterkünften für Geflüchtete und in deren Umfeld:
Konflikte können hier in vielfältigen Konstellationen entstehen 
zwischen Heimbewohner/innen,
hauptamtlichen Mitarbeitenden der Unterkünfte (Betreuungs- und Sicherheitspersonal)
und ehrenamtlichen Helfer/innen
sowie zwischen Menschen in den Unterkünften und ihren Nachbarn.
Als Grundlage für Mediation in den Unterkünften für Geflüchtete ist ein Auftrag der Heimleitung notwendig.

In anderen Zusammenhängen, wo sich Menschen unterschiedlicher Kulturen begegnen:
bei Konflikten am Arbeitsplatz,
in bikulturellen Familien
sowie bei Konflikten mit interkulturellem Hintergrund im öffentlichen Raum.

Reinhard John ist ausgebildet als Mediator für Konflikte in interkulturellem Kontext.
Irene Pirschel verfügt über interkulturelle Erfahrung im arabischen Raum.